Politik
Serbiens Präsident: Kosovo-Serben sind von Völkermord bedroht
Thema: Unabhängiges Kosovo: Aus der Geschichte
Die Kosovo-Truppe unter der Leitung der NATO
© AFP/ Dimitar DilikovSARAJEWO, 30. Juli (RIA Novosti).
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Den Kosovo-Serben droht ein Völkermord und dem Kosovo selbst die Aufteilung des Territoriums nach dem ethnischen Merkmal, wie Serbiens Präsident Tomislav Nikolic am Sonntag in einem Interview mit der britischen Zeitung „Guardian“ sagte.
Nach Nikolics Worten kann jeder Versuch Pristinas, seine Macht den Kosovo-Serben aufzuzwingen, die Menschen zur Auswanderung aus dem Kosovo bewegen.
„Was wird, wenn die Serben auswandern? Wer wird die Ergebnisse dieses Genozids anerkennen? Wenn 40 000 Menschen, ob Frauen oder Männer, vertrieben werden und wenn die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung auf dem Territorium geändert wird, handelt es sich um einen Völkermord“, sagte Nikolic.
Der Begriff „Völkermord“ wurde mit der Uno-Konvention von 1948 über die Vorbeugung und Bestrafung des Völkermordes definiert. Laut der Konvention versteht man unter dem Begriff „Völkermord“ Handlungen, die mit der Absicht unternommen werden, eine nationale, ethnische, Rassen- oder religiöse Bevölkerungsgruppe völlig oder teilweise auszurotten.
Am 17. Februar 2008 verkündeten die albanischen Behörden der südserbischen Provinz Kosovo mit Unterstützung der USA und der führenden EU-Länder einseitig die Unabhängigkeit Pristinas von Belgrad. Nach Pristinas Angaben haben bis heute 91 Staaten die Unabhängigkeit der Republik Kosovo anerkannt. Belgrad und die Kosovo-Serben, die etwa zehn Prozent der Zwei-Millionen-Bevölkerung dieser Provinz ausmachen, erkennen Pristinas Unabhängigkeit nicht an.
Nur internationale Truppen unter dem Kommando der Nato sind laut Nikolic imstande, die Versuche der albanischen Behörden zu verhindern, die Macht im Nordteil des Kosovo zu ergreifen, wo die Kosovo-Serben den Großteil der Bevölkerung bilden.
„Es besteht die Gefahr, dass Pristina bereit sein wird, zu weit zu gehen. Ich bin überzeugt, dass sie nicht dagegen wären, dies unverzüglich zu unternehmen (die Macht im Nordteil des Kosovo zu ergreifen)“, sagte der serbische Präsident.
Auf die Frage nach einer möglichen Teilung des Kosovo in einen albanischen und einen serbischen Teil sagte Nikolic, er schließe eine solche Variante in der Zukunft nicht aus, könne sich jedoch schlecht vorstellen, wie dies aussehen würde.
„Das Leben ist voller Überraschungen“, sagte Nikolic. Wenn ihm vor etlichen Jahren jemand gesagt hätte, dass Jugoslawien zerfallen und Deutschland sich vereinigen wird, hätte er es kaum geglaubt, so Nikolic.

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