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Politik

Tuareg-Rebellen treiben Spaltung Malis voran – „Kommersant“

14:28 04/04/2012
MOSKAU, 04. April (RIA Novosti)

Im Norden Malis könnte nach dem Bürgerkrieg ein Tuareg-Staat entstehen, wo unter anderem dem Terrornetzwerk Al-Qaida nahestehende Rebellen die Macht an sich gerissen haben, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

Weder die Regierungstruppen noch die Putschisten können die Kontrolle über die verlorenen Gebiete zurückgewinnen, wo die Islamisten das Sagen haben. Damit bekommen die islamistischen Radikalen ein neues Gebiet (neben Jemen, Somalia und dem afghanisch-pakistanischen Grenzraum) in ihre Gewalt, wo sie ihre Trainingscamps einrichten könnten. Gestern wurde bekannt, dass in der von den Tuareg-Rebellen eroberten Stadt Timbuktu zwei hochrangige Vertreter der Al-Qaida eingetroffen sind.

Nach den Kämpfen in Nord-Mali haben die Tuareg mehr als die Hälfte des Landes unter ihre Kontrolle genommen. Das nomadische Wüstenvolk stellte die Gefechte ein, nachdem die Stadt Timbuktu erorbert wurde. 

Das Siedlungsgebiet der Tuareg (Azawad) erstreckt sich auf die heutigen Staaten Mali, Niger, Burkina Faso, Algerien und Libyen. Etwa 5,5 Millionen Menschen zählen die Stämme der Tuaregs. In Mali und Niger kämpfen sie für einen eigenen Staat. In Niger dauerte ihre vorerst letzte Rebellion von 2007 bis 2009. Sie wurde als „Uran-Konflikt“ bezeichnet, weil die Uranförderung durch französische und chinesische Unternehmen deshalb gehindert wurde.

Derzeit haben die Rebellen ein Territorium unter Kontrolle, das doppelt so groß ist wie Deutschland. In diesem Gebiet gibt es keinen einzigen Stützpunkt der Regierungstruppen. Um die Macht in diesem Pseudo-Staat kämpfen mehrere Gruppierungen, darunter Separatisten und radikale Islamisten. Wahrscheinlich werden sie das Territorium aufteilen. Die Al-Qaida könnte Trainingslager in diesem Gebiet errichten.

Experten zweifeln, dass die Führung in Mali die Situation in den Griff bekommt und die territoriale Einheit wiederherstellt.

Mali hat kein Machtzentrum mehr: Präsident Amadou Toumani Touré wurde von meuternden Militärs gestürzt, die Putschisten werden jedoch von keinem einzigen Staat anerkannt.

Zudem sind die Streitkräfte in Mali viel schlechter ausgerüstet als die Rebellen: Viele Tuaregs hatten während des Bürgerkriegs in Libyen für Gaddafis Elite-Einheiten gekämpft und sind mit modernen Waffen und Kommunikationsgeräten ausgerüstet. Nach der Tötung des libyschen Diktators zogen sie nach Nord-Mali zurück und widmeten sich ihrer neuen Aufgabe.

Darüber hinaus können die Behörden in Mali im Kampf gegen die Tuareg kaum mit der Unterstützung der Nachbarländer rechnen, deren Armeen ebenfalls schlecht ausgerüstet sind und keine Kampferfahrungen in der Wüste haben.

Und schließlich haben die westlichen Großmächte (vor allem die USA und Frankreich) keine Lust auf einen neuen Militäreinsatz zur „Wiederherstellung der Verfassungsordnung“.

Nord-Mali wird voraussichtlich im Chaos versinken. Am meisten könnte davon die Al-Qaida profitieren.

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