Kultur und sport
Star-Choreograph Ratmanski: Bolschoi-Theater mangelt es an Berufsethik
Thema: Säureattentat auf künstlerischen Leiter des Bolschoi-Balletts

Bolschoi-Theater (archiv)
© RIA Novosti. Aleksander WilfMOSKAU, 18. Januar (RIA Novosti).
Alexej Ratmanski hat dem Moskau Bolschoi-Theater das Fehlen jeder „Theaterethik“ bescheinigt. Damit kommentierte der weltberühmte Choreograph das gestrige Säureattentat auf den künstlerischen Leiter des Bolschoi-Balletts, Sergej Filin.
Filin war am Donnerstagabend bei einem Angriff vor seinem Haus in Moskau schwer an den Augen verletzt worden: Ein Unbekannter schleuderte dem 42-Jährigen Säure ins Gesicht.
Das Attentat auf Filin sei kein Zufall, schrieb Ratmanski, einst selbst Ballettschef des Bolschoi, auf Facebook. Nach seinen Worten ist das Bolschoi-Theater von „vielen Krankheiten“ befallen: „die widerwärtige Claque (bezahlte Applaudierer), die mit den Schauspielern Freundschaften halten, Ticketspekulanten, halbwahnsinnige Fans, die bereit sind, den Rivalen ihres Idols die Kehle durchzubeißen, aber auch zynische Hacker, Presselügen und skandalöse Interview der Mitarbeiter – das ist alles zu einem Schneeball zusammengewachsen. Die Ursache ist das Fehlen der Theaterethik im Bolschoi-Theater, die von konkreten Personen zerstört worden war. Das ist das Unheil des großen Bolschoi.“

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