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Patriarch Kyrill um Zukunft der Christen in Syrien besorgt

Der Patriarch von Moskau und ganz Russland Kyrill
14:13 14/11/2011
BEIRUT, 14. November (RIA Novosti).

Der Patriarch von Moskau und ganz Russland Kyrill hat am Montag gleich nach seiner Landung in Beirut in einem kurzen Pressegespräch seine Besorgnis um die Zukunft der Christen in Syrien geäußert.

„Ich handle nicht als Politiker oder Diplomat, nicht als ein politischer Vertreter, sondern als Patriarch der Russisch-Orthodoxen Kirche. Meine größte Sorge im Zusammenhang mit der Entwicklung im Nahen Osten ist die Lage der Christen“, sagte der Moskauer Patriarch auf die Frage eines arabischen Journalisten nach seiner Einstellung zu dem jüngsten Beschluss der Arabischen Liga zum Syrien-Problem.

Die Arabische Liga schloss bei einer Krisensitzung am vergangenen Wochenende in Kairo die Vertreter des Regimes von Baschar al-Assad von ihren künftigen Treffen aus. Die Entscheidung soll so lange gelten, bis die Führung in Damaskus das Blutvergießen beendet.

Seit vielen Jahren zeige Syrien das Beispiel einer friedlichen, ruhigen und wohlwollenden Koexistenz und Kooperation der muslimischen und christlichen Gemeinden, so Patriarch Kyrill.

„Natürlich sind wir darum besorgt, was geschehen kann. Wir sehen, was in Ägypten und im Irak geschehen ist. Wir sehen die Gewalt gegen die Christen und wir sehen eine zunehmende Christenphobie, die die nicht ohne Mühe und im Laufe einer längeren Zeit aufgebauten Beziehungen zerstören“, betonte Patriarch Kyrill.Der Vorsteher der Russisch-Orthodoxen Kirche äußerte die Hoffnung, dass „weder in Syrien, noch im Libanon oder in einem anderen Land - sowohl im Nahen Osten und in Nordafrika als auch in der ganzen Welt - etwas Ähnliches passiert“.

Nach seinen Worten ist das Thema der zwischenkonfessionellen Beziehungen auch für Russland sehr wichtig. „Bei uns hat sich ein besonderer Stil der Beziehungen zwischen den Orthodoxen Christen und den Moslems herausgebildet. Und wir schätzen diese Beziehungen. Unserer Meinung nach kann nur der Frieden zwischen den Konfessionen den Frieden auf unserem Planeten sichern“, betonte der Moskauer Patriarch.

Am Samstag hatte die viertägige Nahostreise des Patriarchen Kyrill begonnen. In Syrien und dem Libanon will das Kirchenoberhaupt sich mit den beiden Staatspräsidenten sowie mit religiösen Würdenträgern treffen.

Der Tradition gemäß soll der neugewählte Vorsteher der Russisch-Orthodoxen Kirche die Oberhäupter ihrer Landeskirchen in einer festgelegten Reihenfolge besuchen. Der Besuch des Patriarchats von Antiochia und dem ganzen Orient ist bereits die dritte „friedliche Visite“ des Moskauer Patriarchen. Der Nahostreise Kyrills sind Besuche im Patriarchat von Konstantinopel und im Patriarchat von Alexandria und ganz Afrika vorausgegangen.

Syrien wird seit fast acht Monaten von gewaltsamen Protesten gegen die Regierung erschüttert. Der Westen fordert die Einstellung der Gewalt gegen die Demonstranten und den Rücktritt von Assad.

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